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Deutsch Hilfe für Geflüchtete in der Ukraine Projektnachrichten

1 Jahr Hilfe für belarusische Flüchtlinge in der Ukraine

Vor einem Jahr, Anfang Dezember 2020, haben wir unsere Arbeit mit der ersten Publikation in Facebook und auf dem Telegramkanal begonnen. Bereits im Herbst, nach der ersten massiven Migrationswelle aus Belarus haben wir, Aktivisten von Razam e.V., erkannt, dass der Strom politischer Flüchtlinge über die Ukraine verläuft. Wir haben auch erkannt, dass die Menschen nach einer (in den meisten Fällen) unvorbereiteten Flucht völlig auf sich gestellt und überfordert sind. Viele haben keine finanziellen Mittel, um das Lebensnotwendige abzudecken. So entstand die Idee, den Geflüchteten in der Ukraine eine erste Übergangsunterkunft zur Verfügung zu stellen und Hilfe beim Bezahlen dringender medizinischer Versorgung zu leisten.

Die Bilanz dieses Jahres: mehr als 300 Menschen erhielten eine vorübergehende Unterkunft, darunter 29 Familien mit minderjährigen Kindern. 

An dieser Stelle danken wir allen, die diese Initiative finanziell unterstützen und den  unermüdlichen Organisatoren der Solidaritätsaktionen in NRW, die für regelmäßige Spenden sorgen. Auch unseren Kolleginnen der NGO FreeBelausCenter in  Kyjiw  gilt an dieser Stelle unser Dank! Ohne deren Arbeit vor Ort wäre diese Hilfe nicht möglich gewesen.

Es ist uns ein wichtiges Anliegen, über die Schicksale der Betroffenen zu berichten

In der Reihe derer, denen Hilfe geleistet wurde, waren Rentner, die wegen Kommentaren  in sozialen Netzwerken  verfolgt wurden, Studenten, Journalisten, Künstler, Menschenrechtler, Ehrenamtliche von Hilfsorganisationen, Mitglieder von Streitkomitees, Administratoren von Telegrammkanälen, Blogger und viele Aktivisten, deren einziges „Verbrechen“ war, sich gegen Lüge und illegale Staatsgewalt zu empören. All diesen Menschen drohte in Belarus strafrechtliche Verfolgung mit  hohen Geldstrafen, Freiheitsentzug oder Freiheitsbeschränkung. 

Aktuell (17.12.2021) bietet unser Projekt in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw Erstunterkunft für 13 Belaruss*innen, die vor staatlicher Gewalt fliehen mussten. 

Der Strom der Flucht aus unserer Heimat reißt nicht ab. 

Für uns alle, die in Sicherheit sind, heißt es: Nicht müde werden, weiter helfen, weiter unterstützen!