Arbeitsgruppe „Politische Kontaktaufnahme“

Eine unserer Arbeitsgruppen haben wir vorläufig als „Politische Kontaktaufnahme“ bezeichnet. Ihre Hauptaufgabe ist es, einen Dialog zwischen der belarusischen Diaspora in Deutschland und der deutschen Zivilgesellschaft, Politik und Diplomatie herzustellen. Als gemeinnützige, unparteiische Organisation muss „Razam“ politisch neutral bleiben, daher sind wir keine direkte politische Lobby. Für uns ist es viel wichtiger, die junge belarusische Diaspora in Deutschland als autonome zivilgesellschaftliche Einheit zu positionieren, die über Fachwissen zu Belarus verfügt und daher in öffentliche Diskussionen einbezogen werden sollte, insbesondere im Hinblick auf die Beziehungen zwischen Deutschland und Belarus, die Zusammenarbeit zwischen den beiden Gesellschaften und die Möglichkeiten zur Unterstützung von Belarus während der anhaltenden Krise.

Derzeit sind in der Gruppe 14 Personen mit sehr unterschiedlichen beruflichen Hintergründen tätig, die über praktische Erfahrung im dritten Sektor, im Journalismus und der Politik oder über eine Ausbildung in Sozial-, Politik- und Wirtschaftswissenschaften verfügen. Im Allgemeinen freuen wir uns immer, Initiativen zu verstärken und zu begrüßen. Für die Effektivität der Gruppe ist vor allem ein tiefes Verständnis der aktuellen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Prozesse, gute Deutsch- und Englischkenntnisse aller Mitglieder und die Bereitschaft, für unsere gemeinsame Arbeit einen großen Anteil seiner Freizeit zu geben.

Innerhalb weniger haben wir das Bewusstsein für die belarusische Diaspora deutlich geschärft und ein großes Netzwerk von Kontakten aufgebaut, darunter Mitglieder des Bundestages und des Europäischen Parlaments, das deutsche Außenministerium, lokale Politiker demokratischer Parteien und deutsche NGOs. Viele von ihnen kommen oft zu unseren Kundgebungen in verschiedenen Städten Deutschlands, sprechen öffentlich zur Unterstützung des belarusischen Volkes, beteiligen sich aktiv an der Debatte über Sanktionen gegen das Regime, zeigen symbolisch Solidarität und tragen zur Sensibilisierung für die Situation in Belarus bei. Gemeinsam mit der deutschen Zivilgesellschaft haben wir auch eine Liste von Empfehlungen und Maßnahmen zur Unterstützung von Belarus zusammengestellt, die sich an die deutsche Politik und Diplomatie richten. Darüber hinaus half unsere Gruppe bei der Ausarbeitung und Verteilung von Petitionen und offenen Briefen der belarusischen Gemeinschaft, in denen sie die deutsche Politik aufforderte, auf die Situation in Belarus zu reagieren, und sandte Appelle an verschiedene internationale und deutsche Wohltätigkeitsorganisationen (UNICEF, Caritas, Aktion Deutschland Hilft, Save the Children), Ärzte ohne Grenzen, etc.). Wir stehen derzeit in Kontakt mit dem deutschen Innen- und Außenministerium, um eine mögliche Vergabe von humanitären Visas zu besprechen, um so der „Medizinischen Opferinitiative Belarus“ von „Razam“ bei der Behandlung von Opfern politischer Gewalt aus Belarus zu helfen. Darüber hinaus koordinieren wir unsere Maßnahmen mit belarusischen Diasporas in anderen Ländern, um gemeinsame Strategien in der aktuellen Situation zu entwickeln. In Zukunft möchten wir konkreter und lokaler handeln und Menschen aus allen Städten Deutschlands aktiv in unsere Arbeit einbeziehen.

Wir sind sehr offen für Vorschläge und Anmerkungen, befürworten das Prinzip einer dezentralen Arbeit und einer horizontalen Entscheidungsfindung und sind bereit, jede sinnvolle, angemessene Initiative von Mitgliedern des Vereins zu unterstützen und bei Bedarf über Geschäfte, Ratschläge und Kontakte hinauszuhelfen. In letzter Zeit stehen wir häufig vor dem praktischen Problem des Zeitmangels, sodass PR-Gruppen und externe Kommunikation immer noch rückläufig sind. Die Ergebnisse und Fortschritte der Arbeit im öffentlichen Raum entsprechen, wie dies häufig der Fall ist, nicht den Ressourcen und der aufgewendeten Zeit, weshalb ein Großteil der Arbeit der Gruppe unsichtbar bleibt.