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Projektnachrichten

Liebe Freunde,

aus den Mitteln des Projektes wird im Moment 20 belarussischen politischen Flüchtlingen eine Unterkunft in der Ukraine finanziert. Um den Bedarf an Wohraum abdecken zu können, mieten wir ein 6-Bett-Zimmer und mehrere Einzelplätze in zwei Hostels. Außerdem wird für Projektzwecke eine Wohnung für 8 Personen (Wohngemeinschaft) in Kiew angemietet. Die Kosten für einen Platz für 3 Wochen (so lange wird im Durchschnitt Unterstützung gewährt) liegen ungefähr bei 100€.

Wem wird geholfen

Iwan und Anna sind Aktivisten der Protestbewegung in einem der regionalen Zentren von Belarus. „(…) Eine Form von Protesten, an denen wir uns beteiligten, waren Konzerte. Die letzte dieser Veranstaltungen endete mit der Festnahme sämtlicher Teilnehmer (67 Menschen). Wir wurden zwei Wochen im Zhodino-Gefängnis festgehalten, dann erhielten wir die Information, dass eine Strafanzeige gegen uns vorbereitet wird. Wir mussten dringend ausreisen, obwohl unsere Finanzen kaum für zwei Wochen in Kiew gereicht hätten. Wir möchten uns ganz herzlich bedanken für die Hilfe bei der Bezahlung des Unterkunftes in einem Hostel. Dadurch können wir uns der Suche nach Arbeit widmen und uns ein Leben am neuen Ort aufbauen. Außerdem konnten wir sogar schon ein Konzert für die belarussische Diaspora in Kiew organisieren und werden weiter alles tun, um den Kampf fortzusetzen.“


Gleb (Name geändert): „(…) Ich habe insgesamt 19 Tage in Untersuchungshaft in Minsk, Zhodino und Mogilev abgesessen. Die Berufung an den Untersuchungsausschuss der Republik Belarus wegen illegaler Inhaftierung und Misshandlungen führte zu keinen Ergebnissen. Dann erhielt ich Vorladungen vom Staatlichen Kontrollkomitee und dem Ministerium für Steuern und Abgaben. Aus Angst vor strafrechtlicher Verfolgung musste ich aus Belarus in die Ukraine ausreisen.“


Marat (Name geändert) wurde nach seiner Verhaftung Mitte Januar mehr als 15 Tage lang in Untersuchungshaft festgehalten: „(…) in einer Zelle mit einem zerbrochenen Fenster bei -20 Grad, dann mit 12 Personen in einer Viererzelle ohne ausreichende Belüftung(…)“. Bald nachdem er seine Strafe verbüßt hatte, begann jedoch die Polizei und das Ermittlungskomitee, starken Druck auf ihn auszuüben: Es kam zu Verhören, Telefonanrufen, Hausbesuchen und einer Hausdurchsuchung. „Ich habe erfahren, dass derjenige, mit dem zusammen ich verhaftet wurde, zu dem Zeitpunkt bereits im Gefängnis saß. Seitdem übernachtete ich nicht mehr zuhause. Nachts stürmten (laut meinen Nachbarn) Menschen in Masken zu meinem Haus und forderten, die Tür zu öffnen, sonst würden sie sie aufbrechen. Da habe ich entschieden, Belarus zu verlassen. Ich bin nicht nochmal nach Hause gefahren, weil ich Angst vor einem Hinterhalt und einer Festnahme hatte. Als ich in der Ukraine ankam, wurde ich in einer Wohnung zusammen mit anderen Belarussen untergebracht, die sich in einer ähnlich schwierigen Lage befanden“.