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Berlin: Revolution praktizieren: Kurzfilmprogramm – Teil 2

3. September / 19:00

Vor einem Jahr gingen die Menschen in Belarus auf die Straße, um gegen die gefälschten Wahlen zu protestieren. Diese Proteste wuchsen zu einer der größten Demokratie-Bewegungen in der neueren Geschichte Europas. Die Philosophin Olga Shparaga beschreibt diese Bewegung als eine postnationale Bewegung und spricht vom “weiblichen Gesicht dieser Revolution”. Welche Formen kann heute der Widerstand gegen autoritäre staatliche Strukturen annehmen und welche Prozesse sind notwendig um ihn über längere Zeit aufrechtzuerhalten? Wie kann man diese Formen des Widerstands erfassen und neu erfinden? Welche Rolle spielt die verbindende Care-Politik und wie entstehen solidarische Gemeinschaften?

Die Videoarbeiten der aus Belarus stammenden Künstler*innen beleuchten verschiedene Perspektiven auf die Ereignisse im Laufe der Protestbewegung und die Situationen in welchen die Künstler*innen sich wiederfinden: Von kritischen Auseinandersetzung mit der staatlichen Propaganda in Belarus, Gegenüberstellung von “Sprache und Ästhetik” bis zu intimen Gesten und privaten Aufnahmen.

In der Diskussionsrunde wollen wir uns von der Philosophin Olga Shparaga und ihrem Buch „Die Revolution hat ein weibliches Gesicht“ inspirieren lassen und sprechen über neue Formen und Möglichkeiten solidarischer Gemeinschaften.

Voices
Ala Savashevich, Polen, 2020, 38 Min.
Anschließend Podiumsgespräch mit den Kuratorinnen und Direktorinnen der Ў-Gallery (Minsk) Valentina Kiselyova und Anna Chistoserdova, moderiert von Anna Limantava
Im Sommer 2020 bat Ala Savashevich Kulturschaffende und Aktivistinnen aus Belarus, ihr einen Brief zu schreiben. Diese Briefe wurden von polnischen Künstlerinnen und Aktivistinnen öffentlich vorgelesen. Daraus entstand eine gleichermaßen private wie kollektive Geschichte des leisen und lauten Widerstandes in Belarus. Wie kann Solidarität hergestellt werden und was kann die Kunst bewirken? Diese Fragen sind der Ausgangspunkt für das Gespräch mit Anna Christoserova und Valentina Kiselyova.

Valentina Kiselyova (geboren 1966 in Uzbekistan), Kuratorin, lebt und arbeitet in Minsk, Belarus. Valentina Kiselyova gründete 2004 die Galerie für zeitgenössische Kunst Podzemka und 2009 die Galerie Ў in Minsk. Sie absolvierte “Theory and Practice of Modern Art” in European Humanities an der Universität in Vilnius (Litauen). Zurzeit ist Valentina Kiselyova Residentin des Programms Air Berlin Alexanderplatz.  

Anna Chistoserdova (geboren 1982 in Minsk, Belarus) ist Kunstmanagerin und Kuratorin. Sie ist Mitgründerin der Galerie für zeitgenössische Kunst Podzemka und der Galerie Ў in Minsk. Zurzeit ist Anna Chistoserdova Residentin des Programms Air Berlin Alexanderplatz.  

Anna Limantava (1977) geboren in Novolukoml, Belarus. Fotografin, medizinische Dolmetscherin und Aktivistin. Sie hat an zahlreichen Ausstellungen teilgenommen. Ihr fotografisches Portfolio reicht von Konzertfotografie über Porträts bis hin zur Werbefotografie. Sie organisiert und kuratiert Kunst- und Kulturveranstaltungen.

RAZAM e.V. in Haus der Statistik

Sektor C. Otto-Braun-Straße 70-72
Berlin, 10178 Deutschland
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