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Digital Erinnern: Präsentation eines Virtuellen Rundgangs durch den Vernichtungsort Malyj Trostenez/Maly Trascjanec bei Minsk

10. Mai / 17:00 18:30 CEST

Auf Basis von durch Studierende erarbeiteten digitalen Ausstellungen wurden virtuelle Rundgänge durch Malyj Trostenez/ Maly Trascjanec in der mobilen App „DigiWalk“ entwickelt, die in einem Webinar der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Die NS-Vernichtungsstätte Malyj Trostenez (belarusisch: Maly Trascjanec) war, gemessen an den Opferzahlen, der größte nationalsozialistische Vernichtungsort in den besetzten Gebieten der Sowjetunion und gilt als zentraler Tatort der sogenannten „Endlösung der europäischen Judenfrage“. Der Name bezeichnet eigentlich ein Dorf, doch steht er im historischen Kontext für drei Tatorte des nationalsozialistischen Mordens zwischen 1942 und 1944 unweit von Minsk/ Belarus. Viele zehntausende Jüdinnen und Juden wurden dort getötet, außerdem zivile Geiseln, Insassinnen und Insassen der Minsker Gefängnisse, darunter Untergrundkämpfer, Partisanen- und Widerstandsverdächtige, ebenso erkrankte Häftlinge. Seit Ende der Sowjetunion entwickelt sich ein gesamteuropäischer Gedenkort, der bislang allerdings von der sowjetischen Gedenkkultur überformt bleibt.

Malyj Trostenez/Maly Trascjanec ist für das europäische Holocaust-Gedenken ein zentraler Ort. Zwischen Mai und Oktober 1942 trafen insgesamt 16 Deportationszüge aus Wien, Königsberg, Theresienstadt und Köln in Minsk ein. Entsprechend einer Anordnung des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD Reinhard Heydrich wurden die Deportierten bis auf wenige Ausnahmen nach der Ankunft ermordet. Ort der Massenexekutionen war das Waldgebiet von Blagowschtschina/ Blahaǔščyna, unweit von Malyj Trostenez/ Maly Trascjanec einer ehemaligen Kolchose, die der Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD Weißruthenien (KdS) im April 1942 übernommen hatte.

Ein trinationales Projekt, gefördert von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ), beschäftigte sich 2021/22 mit der Erstellung eines virtuellen Rundgangs durch den Gedenk- und Lernort in der Nähe von Minsk.

Studierende aus Minsk, Wien und Osnabrück erstellten unter Leitung von Dr. Aliaksandr Dalhouski (Minsk), Prof. Claudia Theune (Wien, Archäologie), Prof. Kerstin von Lingen (Wien, Zeitgeschichte) und Prof. Christoph Rass (Osnabrück, Neueste Geschichte und Historische Migrationsforschung) zunächst digitale Ausstellungen mithilfe des Systems „Omeka“ zur Geschichte des und zur Erinnerungskultur um den Vernichtungsort. Auf Basis dieser Ausstellungen, die von namhaften Gedenkstätten und Archiven unterstützt wurden, wurden nun virtuelle Rundgänge durch Malyj Trostenez/ Maly Trascjanec in der mobilen App „DigiWalk“ entwickelt, die in einem Webinar der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Eine Registrierung zur Teilnahme als ZuhörerIn ist unter folgendem link möglich (danach Zulassung zum Webinar):

https://univienna.zoom.us/webinar/register/WN_bR5FTI7KQ2WHhDjFjJpKiQ

Meeting-ID: 660 5098 7972

Kenncode: 344858

Wir freuen uns auf zahlreiche TeilnehmerInnen, um das Themenfeld Digitales Erinnern am Beispiel zu diskutieren!

Programm

17:00-17:30
Eröffnung der Abschlussveranstaltung:
Historische Einleitung von Dr. Aliaksandr Dalhouski

Grußwort von Michael Nowak, Ständiger Vertreter des Leiters der deutschen Botschaft Minsk

Grußwort von Dr. Monika Sommer, Direktorin des Hauses der Geschichte Österreich (HdGÖ)

Grußwort von Siarhei Andrushkevich, Vorsitzender der Direktion IBB Minsk
Grußwort von Dr. Astrid Sahm, Geschäftsführerin des IBB Dortmund

17:30-17:40
Video über die Testung des virtuellen Rundgangs durch die belarussischen Projektteilnehmenden

17:40-17:50
Statements von ProjektleiterInnen
Prof. Dr. Kerstin von Lingen und Prof. Dr. Claudia Theune (Universität Wien)
Prof. Dr. Christoph Rass (Universität Osnabrück)
Dr. Aliaksandr Dalhouski (Geschichtswerkstatt Minsk)

17:50-18:20
Diskussionsrunde mit Studierenden (Moderation von Alina Dzeravianka, Kulturmanagerin und Forscherin, Brest):

Wie empfanden Sie die Arbeit an der Schaffung von transnationalen, digitalen Vermittlungstools?

In welchen Situationen wurde das Nachdenken besonders angeregt?

Wie schätzen Sie das Potenzial von OMEKA, DigiWalk bei der digitalen Vermittlung von Holocaustverbrechen wie etwa in Maly Trascjanec/Malyj Trostenez ein?

18:20-18:30
Schlußwort
Aloisia Wörgetter, Ex-Botschafterin der Republik Österreich in Minsk
Prof. Dr. Christoph Rass

Kontakt

Prof. Dr. Kerstin v. Lingen, Universität Wien, Institut für Zeitgeschichte, Spitalgasse 2, 1090 Wien, Österreich

Weitere Informationen hier

IBB Dortmund und Geschichtswerkstatt „Johannes Rau“ Minsk

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