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Stuttgart: Filmvorführung „Practises of Subordination“

5. Februar / 14:30

Ort: Theaterhaus MDJ P1, Stuttgart

In seinem persönlichen Projekt »Practices of Subordination« analysiert Sergey Shabohin methodisch und akribisch die Mechanismen der Macht. Seit 2010 sammelt der Künstler im öffentlichen Raum und im privaten Umfeld Geschichten und triviale Objekte über alltägliche Ereignisse in Belarus, die von der bewussten, gewaltsamen Einmischung des Staates in das Leben seiner Bürger zeugen. Aus diesem »totalitären Archiv« von Textdokumenten, Bildern, Fotos und Objekten formulierte er in 18 künstlerischen Tafeln eine ergreifende Erzählung über die staatlichen Strukturen, die die Bürger im modernen Belarus unter Druck setzen.

Für das Projekt ECHOES – Voices from Belarus I (ECLAT 2021) entstand ein eineinhalbstündiger Film, für den Shabohin die 18 Tafeln zu einem kontinuierlichen Narrativ zusammenführt und in dem Christoph Ogiermann in seiner Komposition die ganze Wucht, die in den visuellen Botschaften steckt, unmittelbar physisch erfahrbar macht. Ausschnitte dieser eindrucksvollen »Sammlung der verschiedenen Pathologien eines autoritären Systems« sind nun bei ECLAT 2022 live zu erleben. Dank der kenntnisreichen Interpretation der Kunsthistorikerin Lena Prents, die seit vielen Jahren die künstlerische Arbeit Sergey Shabohins begleitet, lernen wir dabei, die unzähligen Zitate und Symbole eines Lebens im Totalitarismus-System zu entschlüsseln.

»Eine pointierte, harte, rhythmische Diktion zeichnet Valzhyna Morts Poesie aus. Ihr Ton hat etwas Unerbittliches. Mit Belarus, dem Land ihrer Herkunft, in dem die Stille auch die Stille ist, die über Gräberfeldern liegt, wird sie nicht fertig. In einer Stadt aufgewachsen zu sein, in der ‚Straßen die Namen von Mördern‘ tragen, prägt die Erinnerung: Sie ist als ‚illegale Migrantin‘ in der eigenen Gegenwart anwesend. ‚Bloß weil jemand sie sah / mit einem Skalpell in der Hand‘, glauben manche schon, dass die Zeit Wunden heilt.«
»Die Stimme von Valzhyna Mort erinnert uns auf wundersame Weise daran, dass Wörter viele Dinge tun können – sie können tanzen, sie können sich in Ironie ergehen, sie können die Liebe preisen, aber sie können auch die Wahrheit sagen.« Adam Zagajewski


(Aus dem Klappentext der edition suhrkamp zu Valzhyna Morts Gedichtband »Musik für die Toten und Auferstandenen«. Berlin 2021).
»In der belarussischen Kultur gibt es keinen festen Grund, der Boden bewegt sich unter deinen Füßen und du musst immer neu die Balance finden.« Valzhyna Mort

Theaterhaus MDJ P1

Siemensstraße 13
Stuttgart, Baden-Württemberg 70469 Deutschland
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