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Tanja Maljartschuk und Alherd Bacharevič: Gegenwartsliteraturen 30 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion

24. Februar, 2021 / 19:00

Station 1: Ukraine und Belarus
Lesung & Gespräch mit Tanja Maljartschuk und Alhierd Bacharevič per 
Zoom 

>>>>hier geht’s zur Lesung online über Zoom (Kenncode: 9D6a1S; keine Anmeldung erforderlich)

Eine literarische Veranstaltungsreihe von Literaturhaus am Inn und Russlandzentrum der Universität Innsbruck

Im Jahr 2021 jährt sich der Zerfall der Sowjetunion zum 30. Mal. Aus dem riesigen Imperium, das seit den 1920er Jahren hymnisch als ein „Sechstel der Erde“ besungen wurde, gingen 15 Nationalstaaten hervor. Laut Herfried Münkler war die Sowjetunion das letzte im 20. Jahrhundert zerfallene Imperium eines „alten“ territorial begründeten Typs. Der Zerfall selbst verlief im welthistorischen Vergleich relativ unblutig, doch das Erbe, das die Sowjetunion politisch, gesellschaftlich und kulturell hinterlassen hat, wirkt in den Nachfolgestaaten bis heute – wenngleich auch unterschiedlich – nach. Wirtschaftliche Daten, politische Theorien und historische Fakten erfassen zwar die verschiedenen Dimensionen und Folgen dieses Umbruchs, doch die Emotionen und Erinnerungen, die Millionen von Menschen damit verbinden, vermitteln sie nicht. Die Literatur dagegen kann davon erzählen und sie kann dies auf vielfältige Weise tun. Sie kann von der Mehrheitsgesellschaft vergessene Stimmen hörbar und aus dem kollektiven Gedächtnis Ausgeblendetes sichtbar machen. Vor allem aber kann sie subjektiv Erlebtes und Erlittenes anschaulich zur Darstellung bringen.

In einer literarischen Veranstaltungsreihe werden von Januar bis Juni 2021 Autor*innen aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion zu Wort kommen. Sie werden in einer Kombination aus Lesung und moderiertem Gespräch Einblicke in ihre jeweiligen Länder, Regionen und Sprachen gewähren und uns eine Vielfalt dort erahnen lassen, wo 70 Jahre lang zumindest ideologisch Einheit und Einheitlichkeit als Ziel ausgegeben wurden. Autor*innen unterschiedlicher Generationen, unterschiedlicher Schreibstile und Genres werde ihre Texte präsentieren und im Gespräch darüber reflektieren, welches Erbe das Sowjetsystem hinterlassen und was sich dennoch wesentlich verändert hat. Dabei wird es nicht zuletzt auch um die Frage des Stellenwertes des Russischen, der russischsprachigen Literatur und der damit verbundenen literarischen Traditionen im jeweiligen Land heute gehen.

Organisation und Moderation: Eva Binder (Institut für Slawistik der Universität Innsbruck) und Miriam Finkelstein (Institut für Slawistik der Universität Graz) gemeinsam mit Anna Rottensteiner (Literaturhaus am Inn)

Jede_r Veranstalter_in einer Demonstration, einer Ausstellung, eines Konzerts und einer anderen Aktion zur Unterstützung eines freien Belaruses hat die Möglichkeit, Informationen über diese Veranstaltung auf unserer Website zu veröffentlichen, unabhängig davon, ob er oder sie ein Mitglied des Vereins ist. Unser Ziel ist es, maximale Aufmerksamkeit auf alle Veranstaltungen zu lenken, auch von Seiten der deutschen Gesellschaft. In jeder Ankündigung werden die Organisator_innen angegeben, ihre Kontaktdaten (Konten in sozialen Netzwerken) sowie ein Link zur Veranstaltung. Um eine Veranstaltung auszurichten, schreiben Sie einfach eine E-Mail an contact@razam.de und geben Sie im Betreff „Termine“ an!