Im Herzen Europas

Belarus grenzt im Osten an die EU und liegt doch geografisch in der Mitte Europas. Mit über 200.000 km2 ist Belarus der größte Binnenstaat Europas, so groß wie Griechenland, Belgien und die Schweiz zusammen. Und: Belarus ist uns näher als viele glauben. Von Berlin aus ist es dichter bis zur belarusischen Grenze bei Brest als bis nach Freiburg im Breisgau.

Die Ereignisse im Sommer und Herbst 2020 haben das Land ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit gebracht: Hunderttausende gingen friedlich gegen die Wahlfälschungen und ein Ende der staatlichen Gewalt auf die Straße. Niemand hatte mit dieser Entwicklung nach mehr als einem Vierteljahrhundert unter dem „letzten Diktator Europas“ gerechnet. Die Nobelpreisträgerin Svetlana Aleksievich spricht von der Geburt einer neuen Nation.

Auf dieser Seite erfahren Sie, was es mit den Farben der Protestbewegung auf sich hat, interessantes zur Geschichte und belarusischen Sprache, warum Belarus die „Lunge Europas“ genannt wird, welche berühmten Persönlichkeiten dem Land entstammen, aber auch wie Katastrophen Belarus im 20. Jahrhundert immer wieder heimgesucht haben und welche Aussichten die Wirtschaft hat nach dem schicksalhaften Jahr 2020. Die wichtigsten Fakten zur aktuellen Krise und Informationsportale zu Belarus haben wir auf einer eigenen Seite zusammengestellt.

Weiß-Rot-Weiß

… sind die Farben der Protestbewegung in Belarus. Die Flagge in diesen Farben ist ein Symbol für ein freies Belarus: Sie war die Staatsflagge der unabhängigen Belarusischen Volksrepublik von 1918-19 und der Republik Belarus von 1991-95.

Die Farbkombination weiß-rot ist typisch für die belarusische Kultur: häufig findet man rote Ornamente auf weißem Grund („Alphabet der Symbole“ ). Quelle: velvet.by

Die grün-rot-weiße Flagge wurde von Lukashenka eingeführt und erinnert an die sowjetische Flagge der BSSR.

Es lebe Belarus!

Zhyvie Belarus! “ wurde zu einem zentralen Ruf der Demonstranten in Belarus. Den Ursprung dieses Ausdrucks sowie weitere wichtige Schlüsselbegriffe, die dabei helfen, die Ereignisse ab dem Sommer 2020 in Belarus zu verstehen, erklärt die Plattform dekoder (Teil 1, Teil 2).

Schreibweisen im Deutschen

Landesname: Belarus
Einwohner: Belarus*innen
Adjektiv: belarusisch

Die oben aufgeführten Schreibweisen (im Deutschen) folgen der Empfehlung der Belarusisch-Deutschen Geschichtskommission.

Geschichte

Die Lage im geografischen Zentrum Europas beeinflusste schon immer das Schicksal des Landes: sie ermöglichte den kulturellen und wirtschaftlichen Austausch, brachte andererseits aber auch Krieg und Zerstörung. Erfahren Sie auf einer interaktiven Online-Karte mehr über belarusische Geschichte:

  • vom Herzogtum Połack im 10. Jahrhundert
  • über das mächtige Großfürstentum Litauen (ab 1243), das
    • 1260 erfolgreich den Eroberungszug der Mongolen und Tataren stoppte,
    • 1323 Vilna (heute Vilnius) zur Hauptstadt bestimmte,
    • kurz vor 1400 neben dem heutigen Belarus Teile von Polen, Russland Litauen und der Ukraine umfasste und bis zu den Steppengebieten am Schwarzen Meer reichte,
    • 1517 eine eigene gedruckte Bibelübersetzung auf Alt-Belarusisch hatte (fast 20 Jahre vor der Lutherbibel),
    • 1529 eine der ersten Verfassungen Europas veröffentlichte;
  • die gut 200 Jahre in der polnischen Rzeczpospolita (Polen-Litauen bzw. Polish-Lithuanian Commonwealth, 1569 bis 1795), zu der auch Teile Preußens gehörten,
  • die etwa 200 Jahre im russischen Zarenreich im Zuge der Teilungen Polens (1795-1917),
  • die Belarusische Volksrepublik (1918/19),
  • die 70 Jahre in der Sowjetunion als Belorussische Sozialistische Sowjetrepublik (BSSR, 1919 bis zur Auflösung der Sowjetunion 1991),
  • die Erklärung der Unabhängigkeit 1990,
  • die Wahl von Lukashenka zum Präsidenten 1994
  • bis zur Verleihung des Nobelpreises für Literatur an Sviatlana Aleksievich, die in ihren „Interview-Romanen“ die Schrecken des 20. Jahrhunderts festhielt.

Heute leben etwa 9,5 Millionen Menschen im Land, davon fast 2 Millionen in der Hauptstadt Minsk. 2,5 bis 3,5 Millionen Belarus*innen und deren Nachfahren leben außerhalb des Landes und sind Teil der weltweiten Diaspora.

Denkmal in Khatyn für die von den deutschen Besatzern verbrannten Dörfer. Quelle: Wikimedia

Jahrhundert der Katastrophen

1937-41. Kurapaty

Wenn es in Belarus ein Sinnbild für die stalinistischen Verbrechen gibt, dann sind es die Kreuze in Kurapaty, einem Waldstück in der Nähe von Minsk, bei dem Tausende unschuldiger Menschen Ende der 1930er – Anfang der 1940er erschossen und in der Erde verscharrt wurden.

Das erste Kreuz wurde Ende der 1980er Jahre von zivilgesellschaftlichen Aktivisten aufgestellt, die das Schweigen des Zentralstaates durchbrechen wollten. Dadurch ist Kurapaty auch zu einem Sinnbild der belarusischen Unabhängigkeitsbewegung geworden.

Doch auch 30 Jahre nach der Unabhängigkeit ist die stalinistische Vergangenheit in Belarus nicht gebührend aufgearbeitet. Die Verbrechen, die am Vorabend des Großen Vaterländischen Krieges in Kurapaty geschahen, sind immer noch eine offene Wunde in der belarusischen Erinnerung.


1941-45. Deutsche Besatzung und Holocaust

Kaum ein anderes Land hatte wiederum unter der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg so sehr gelitten wie Belarus. Das Land, dessen Einwohnerzahl nach der Annexion Ostpolens auf rund 10,6 Mio. angewachsen war, hatte am Ende des Krieges bis zu 1,7 Mio. Tote zu beklagen. Weitere 386.000 wurden als sogenannte „Ostarbeiter“ nach Deutschland verschleppt.

Besonders schutzlos waren die belarusischen Juden der deutschen Vernichtungspolitik ausgesetzt. Der Holocaust in Belarus hatte bei Weitem nicht den viel beschriebenen industriellen, entpersonalisierten Charakter wie in den großen KZs auf polnischem Territorium. Weiter im Osten erfolgte die massenweise Vernichtung der Juden größtenteils ungeordnet, von Angesicht zu Angesicht. Unzählige Erschießungsplätze und Massengräber prägen die Landschaft der Verbrechen an der jüdischen Bevölkerung. Massenweise getötet wurde auch durch Hunger und Kälte in den zahlreichen Ghettos und Lagern des Landes. Mehr als 500.000 Juden verloren ihr Leben.

Nach wie vor kaum erforscht ist das Schicksal der sowjetischen Soldaten, die auf dem belarusischen Gebiet in die deutsche Gefangenschaft gerieten. Oft wurden sie im offenen Gelände, ohne Nahrung und medizinische Versorgung sich selbst und dem Tod überlassen. Nach Schätzungen wurden in Belarus rund 700.000 Kriegsgefangene getötet.

Das schwere Trauma der Kriegsjahre bildet heute einen großen Teil der belarusischen kollektiven Identität. Noch heute haben viele Einwohner des Landes das Gefühl, in einer Nachkriegsgesellschaft zu leben, und bezeichnen ihre Republik als „partisanka“ (Partisanin), ein Verweis auf die leidvolle Erfahrung der deutschen Okkupation.


1986. Tschernobyl

Ein weiterer Schicksalsschlag ereilte das Land 1986, als in der benachbarten Ukraine das Kernkraftwerk in Tschernobyl explodierte. Durch den radioaktiven Fallout wurde rund ein Viertel des belarusischen Territoriums kontaminiert. 140.000 Menschen mussten zwangsumgesiedelt werden. Noch heute leben rund 1,3 Mio. Menschen in Gebieten, die als belastet gelten.

Als Reaktion auf die Tschernobyl-Katastrophe formierte sich im Westen eine starke Solidaritätsbewegung. Seit 1990 wurden allein aus Belarus mehr als 800.000 Kinder zu mehrwöchigen Gesundungsaufenthalten nach Europa, USA, Kanada und Japan eingeladen. Allein in Deutschland waren es über 182.000 Kinder im Zeitraum von 1990 – 2009. Während Belarus sich politisch zunehmend isolierte, knüpften aktive Menschen auf diese Weise direkte Kontakte und Freundschaften über die Grenzen hinweg und setzten sich füreinander ein. Zwischen zahlreichen Familien in Ost und West bestehen diese Freundschaften nach wie vor.

Die Belarusische Sprache

Auch wenn für viele Belarus*innen heute Russisch die erste Sprache ist, erfährt das Belarusische, die erste Amtssprache neben dem Russischen, inzwischen wieder mehr Aufmerksamkeit.

Geschichte

Das Belarusische ist neben dem Russischen und dem Ukrainischen eine der drei noch lebenden ostslawischen Sprachen, die sich im Mittelalter aus dem Alt-Ostslawischen (Sprache der Rus) entwickelten.

Direkter Vorgänger der belarusischen Sprache war das Alt-Belarusische (auch: „ruthenische Sprache„), das ab dem 14. Jahrhundert Kanzleisprache in den ostslawischen Gebieten des Großfürstentums Litauen und der Adelsrepublik Polen-Litauen war.

Fast zwei Jahrzehnte vor der Lutherbibel (1534) druckte Francysk Skaryna 1517 die erste Bibel auf Alt-Belarusisch. Die erste Grammatik erschien 1918 („Tarashkevitsa“, nach Branislau Tarashkevich).

In der Sowjetzeit wurde das Belarusische immer weiter verdrängt durch das Russische: Mit der Sprachreform von 1933 wurde das Belarusische weitgehend russifiziert, es entstand die sogenannte „Narkomouka“ (abgeleitet von nardonyj komissariat, also Volkskommissariat). Bis zum Ende der 1980er Jahre nahm die russische Sprache in allen Bereichen der Öffentlichkeit, in Politik, Verwaltung und Technik eine uneingeschränkte Position ein. Die belarusische Sprache war dagegen aus dem gesellschaftlichen und kulturellen Leben des Landes nahezu verdrängt, wenn sie auch in der Familie, im Alltagsleben, in Dörfern und Kleinstädten noch eine gewisse Bedeutung hatte.

Erst während der Perestroika kam es zu einer Wiederbelebung der belarusischen Schriftsprache, die im Januar 1990 zur Staatssprache erklärt wurde. Die darauf folgende kurze Blüte -„Wiedergeburt“ (Адраджэнне) genannt – endete aber wieder mit der Einführung des Russischen als weiterer und gleichberechtigter Amtssprache als Ergebnis eines umstrittenen Referendums zur Sprache und Staatsymbolik im Jahr 1995. Seitdem ist das Belarusische aus Kitas und Schulen faktisch verschwunden.

Drei Alphabete

Heute wird Belarusisch mit kyrillischen Buchstaben geschrieben, wie schon zur Zeit des Litauischen Großfürstentums. Vom 17. bis Anfang des 20. Jahrhundert benutzte man jedoch auch lateinische Buchstaben. Im 15./16. Jahrhundert wurde sogar ein auf dem Arabischen basierendes Alphabet (die „Arabitsa“ ) entwickelt, das die Tataren benutzten, die Großfürst Vitaŭt im Großfürstentum Litauen angesiedelt hatte.

Denkmal für den Buchstaben Ў in der Stadt Polack (Polotsk). Das „kurze U“ wird ähnlich wie das englische „w“ (wie in „we“) ausgesprochen und kommt bei den slawischen Sprachen nur im Belarusischen vor.
Quelle: forum.vs-travel.ru

Unterschiede zum Russischen

Im Vergleich zum Russischen zeichnet sich die belarusische Sprache vor allem durch das so genannte starke „Akanje“ und „Jakanje“ aus (russ.: Aleksandr, bel.: Aljaksandr). Im Vergleich zur russischen Sprache wird so geschrieben, wie gesprochen wird. Deklination und Konjugation ähneln dem russischen System. Die belarusische Sprache hat in ihrer Entwicklung aus dem Alt-Ostslawischen – parallel zur russischen und ukrainischen Sprache – einige Besonderheiten herausgebildet, vor allem bei den Endungen.

Deutliche Unterschiede zum Russischen gibt es im Wortschatz, der zahlreiche Wörter enthält, die eine enge Verwandtschaft zum Polnischen, Ukrainischen und/ oder Jiddischen aufweisen. Ein Beispiel ist das Wort für Februar:

  • belarussisch/ ukrainisch: „ljuty“ (oder auch polnisch: „luty“, der „grimmige“ Monat)
  • russisch: „fevral

Quelle: Russisch-fuer-Kinder.de

Land der Wälder, Flüsse, Sümpfe und Seen

Belarus nennt man „die Lungen Europas“, 36% des Territoriums sind mit Wald bedeckt, ein Teil des letzten großen europäischen Urwalds, die Belavezhskaya Pushcha, liegt auf belarusischem Territorium. 1,7 Mio. Hektar Sumpfland absorbieren aus der Atmosphäre eine große Menge Kohlendioxid.

Belarus ist ein flaches und weites Land. Gebirge gibt es nicht, der höchste Punkt liegt 345 m über dem Meeresspiegel – „Dzerzhinskaya Gora“ 30km westlich von Minsk (bis 1958:  „Svjataja Gora“, der heilige Berg).

Das Land ist durchzogen von 20.800 Flüsse. Die mit mehr als 500km längsten Flüsse sind: die Berezina, der Nyemen und die Viliya, die Westliche Dwina, der Dnjepr, der Sosch, der Pripiat, der Horyn sowie der Westliche Bug.

Bildquelle: belarusfeed.com

Künstler*innen der belarusischen Diaspora in Deutschland erstellten ein Tape-Art-Bild auf dem Potsdamer Platz in Berlin in Anlehnung an Marc Chagalls „Spaziergang über der Stadt“.
Foto: ©Anna Limantava

Marc Chagall (1887-1985): gilt als einer der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts. Er wird oft dem Expressionismus zugeordnet und als „Maler-Poet“ bezeichnet. Motive aus seinem geliebten Heimatort Witebsk, aus der Bibel sowie aus dem Zirkus sind Hauptthemen seiner Bilder. 


Berühmte Persönlichkeiten

  • Francysk Skaryna (1470-1551/52) brachte mit der ersten gedruckten Bibel im ostslawischen Raum den Buchdruck ins Großfürstentum Litauen, zu dem große Teile des heutigen Belarus gehörten. Durch seine Bibelübersetzungen leistete er einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung der belarusischen Sprache.
  • Der Nationaldichter Janka Kupala (1882-1942), Jakub Kolas (1892-1956) und Maksim Bahdanovich (1891-1917) gelten als Begründer belarusischen Wiedergeburt (Адраджэнне) in der Literatur.
  • Branislau Tarashkevich (1892-1938) war der Begründer der Tarashkevica, der klassischen belarusischen Rechtschreibung. 1938 fiel er der Großen Säuberung zum Opfer.
  • Barys Kit (1910-2018), erkannte das Potential von flüssigem Wasserstoff als Raketentreibstoff und war 1960 Co-Autor des ersten, grundlegenden Handbuchs zu diesem Thema. Unter Wernher von Braun erarbeitete er die mathematischen Grundlagen für das Breitband-Kommunikationssystem des Apollo-Projekts  –  und bereitete so die erste Reise eines Menschen zum Mond mit vor. Er war mit 107 Jahren der älteste Mensch Frankfurts am Main.
  • Svetlana Aleksievich (*1948): erhielt 2015 den Nobelpreis für Literatur „für ihr vielstimmiges Werk, das dem Leiden und Mut in unserer Zeit ein Denkmal setzt“. Im Sommer 2020 wurde sie Mitglied des Koordinierungsrates. Nach einem Aufenthalt zu medizinischen Zwecken in Deutschland konnte sie aufgrund der Situation in Belarus nicht nach Hause zurückkehren.

Städte und touristische Ziele

Drei von vier Belarus*innen leben in Städten. Die größten Städte sind gleichzeitig die Hauptstädte der gleichnamigen Oblaste: Minsk, Brest, Viciebsk (Vitebsk), Homel (Gomel), Hrodna (Grodno), Mahilioŭ (Mogilev).

Beliebte touristische Ziele sind:

Schloss Mir. Quelle: Wikipedia

Wirtschaft

Belarus ist Gründungsmitglied der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) und ist am EU-Programm der Östlichen Partnerschaft beteiligt.

Belarus verfügt über eines der größten Kalisalzvorkommen der Welt in der Nähe der Stadt Salihorsk. Es ist wichtiges Exportgut und wird zur Herstellung von Düngemitteln verwendet.

Neben Kalibergbau und Industrie (vor allem Maschinenbau), die etwa 30% des BIP ausmachen, wuchs der IT-Sektor seit Jahren überdurchschnittlich und wurde zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor. Einer der größten Exportschlage wurde das Computerspiel „World of Tanks“.

Staatskapitalismus

Der Staat kontrolliert immer noch die größten Unternehmen des Landes, angemahnte Strukturreformen blieben unter Lukaschenka aus.

Arbeitnehmer*innen sind kaum in ihren Rechten geschützt, können relativ einfach entlassen werden, das Streikrecht existiert de facto nicht. Unabhängige Gewerkschaften sprechen sarkastisch von einem „neoliberalen Traum“. Im Herbst 2020 wurden zahlreichen Arbeiter*innen und Angestellte entlassen oder gar verhaftet, da sie sich mit der Protestbewegung solidarisiert hatten.

Der IT-Sektor droht als zuletzt einzige nennenswerte Wachstumsstütze der seit einem Jahrzehnt stagnierenden Wirtschaft auszufallen.

IT-Sektor in der Krise

Mitglieder der Geschäftsführung des größten IT-Unternehmens PandaDoc wurden im Spätsommer 2020 verhaftet, nachdem sie Polizisten und Sicherheitsbeamten, die rechtswidrige Befehle verweigerten und entlassen wurden, ihre Unterstützung angeboten hatten.

Das Signal für die Branche war verheerend. Im Zuge der politischen Krise sehen sich inzwischen viele gezwungen ins Ausland zu gehen.

Rezession hält an

Die Corona-Krise wurde vom Staat lange ignoriert, private Unternehmen allein gelassen. Der Geschäftsklimaindex ist auf einem Rekordtief, im Dritten Paket der EU-Sanktionen sind nun auch Wirtschaftsunternehmen gelistet. Auch ein Ausschluss vom Zahlungssystem SWIFT wird diskutiert. Ohne Lösung der politischen Krise und Strukturreformen wird die Wirtschaft weiter schrumpfen, 2021 womöglich um bis zu 5,5%.