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Grußwort der ehemaligen „Frauen für den Frieden“

Foto (von links nach rechts): Jutta Seidel, Ulrike Poppe, Rommy Baumann-Sevim, Bettina Rathenow, Almut Ilsen, Beate Harembski-Hennings. © Lena Rosa Händle

30. September 2020. Aus der Wehrdienstverweigerung einiger Frauen in Ostberlin im Oktober 1983, die sich damals symbolisch schwarz kleideten, wurde die Bewegung „Frauen für den Frieden“. Diese Frauen solidarisieren sich 2020 mit den Frauen der Protestbewegung in Belarus.


Liebe belarussische Frauen,

Wir verfolgen Eure Aktionen mit größter Sympathie und Anteilnahme. Wir fühlen uns Euch sehr verbunden. Lasst Euch nicht entmutigen, auch wenn einige von Euch bereits außer Landes gedrängt wurden oder in Haft sitzen.

Wir wenden uns an Euch als die ehemaligen „Frauen für den Frieden“ Ost-Berlin. Wir waren in den 1980er Jahren Teil der Opposition gegen die DDR-Staatsmacht. 

Auslöser für unsere Aktivitäten war ein 1982 verabschiedetes Wehrdienstgesetz, das auch Frauen in die Armee zwingen konnte. Damit war unsere Schmerzgrenze überschritten. Wir mussten handeln. Wir haben uns viele Jahre gegen die Militarisierung der DDR-Gesellschaft und für demokratische Grundrechte eingesetzt. Damals ahnten wir nicht, dass es 1989 eine Friedliche Revolution geben und wir sie mit vorbereiten würden. Dass diese Revolution so friedlich verlaufen konnte, erfüllt uns noch heute mit großer Dankbarkeit.

Ihr seid in weit größerem Ausmaß mit Gewalt konfrontiert als wir es damals waren. 

Aber auch wenn Lukaschenko noch an der Macht ist und Polizisten, Soldaten und Geheimpolizei noch gehorchen, auch wenn er noch über Gefängnisse und Waffen verfügt, auch wenn er Putin an seiner Seite hat, wird dies Vergangenheit werden. Denn diese Soldaten, Polizisten und Gefängniswärter haben Mütter, Frauen, Schwestern und Töchter.

Wenn wir die Bilder und Videos sehen, auf denen Ihr friedlich als rot-weißes Meer dem gewaltbereiten Schwarz der Sicherheitskräfte gegenübersteht, spüren wir Eure Kraft.

Wir erinnern uns. 

Als wir – einige wenige Frauen – gemeinsam Briefe mit unseren persönlichen Wehrdienstverweigerungen auf dem Postamt abschickten, trugen wir schwarze Kleider. Die Geheimpolizei reagierte aggressiv, aber sie wagte es nicht, die untergehakten Frauen gewaltsam zu trennen.

Als einige von uns verhaftet wurden, waren es vor allem die Solidarität und Unterstützung bundesdeutscher und westeuropäischer Politiker und Friedensgruppen, die die Freilassung der Frauen nach sechs Wochen erzwangen. 

Wir wünschen Euch, dass Ihr eine ebensolche wirkungsvolle Unterstützung und Hilfe von einer Vielzahl demokratischer Kräfte erhaltet.

Als bei der Wahl im Frühjahr 1989 die Wahlfälschungen von Oppositionellen und kritischen DDR-Bürgerinnen und -Bürgern aufgedeckt wurden, ahnten wir nicht, dass ein Jahr später die ersten freien Wahlen erkämpft sein würden.

Wir wünschen Euch, dass auch in Belarus bald freie Wahlen möglich sind.

Als im Herbst 1989 in der Noch-DDR landesweit Zehntausende ihre Angst überwanden und auf die Straße gingen, kapitulierte die Staatsmacht vor der Übermacht der friedlich Demonstrierenden.

Liebe Frauen und auch Ihr Männer in Belarus – Ihr seid viele, Ihr seid mutig und Ihr seid kreativ. Bleibt mutig und stark für ein demokratisches Belarus!

-„Frauen für den Frieden“, ehemalige DDR-Oppositionsbewegung. 30. September 2020

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Verein

Runder Tisch mit den Vertreter*innen der Zivilgesellschaft

Am 15. September fand ein Runder Tisch statt, an dem Vertreter*innen der Zivilgesellschaft, der Politik und der Diplomatie Deutschlands die Möglichkeiten einer Soforthilfe für Belarus in der gegenwärtigen politischen Krise diskutierten. Die Initiative zur Aufnahme eines solchen Dialogs ging vom DRA aus, in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Belarussischen Gesellschaft (dbg), dem Zentrum Liberale Moderne, dem Europäischen Austausch und dem German Marshall Fund Berlin.

Vertreterinnen von Razam e.V. nahmen ebenfalls an der Diskussion teil und brachten die Position der belarussischen Diaspora in Deutschland zum Ausdruck. Wir riefen deutsche Politiker *innen und Diplomat*innen auf, die belarusische Zivilgesellschaft zu unterstützen, u.a. durch die Vereinfachung der Visaverfahren und eine möglichst unbürokratische finanzielle Hilfe für Bürgerinitiativen zur Unterstützung der Betroffenen von politischen Repressionen in Belarus.

Die vollständige Liste der Empfehlungen, die aus dem Runden Tisch hervorgegangen sind.

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Verein

Solidaritätskundgebung mit den Menschen in Belarus am Göttinger Gänseliesel

Foto: Hanna Hancharova

Am 20.09.2020, der als der globale Solidaritätstag mit Belarus angekündigt wurde, fand die Solidaritätskundgebung mit den Menschen in Belarus am Göttinger Gänseliesel statt. Organisiert war die Kundgebung vom Kreisverband der überparteilichen Europa-Union Deutschland und der Europaabgeordneten Viola von Cramon (Grüne/EFA im Europäischen Parlament).

Obwohl die Kundgebung kurzfristig angekündigt wurde, haben rund 90 Menschen ihre Solidarität mit den Menschen in Belarus bekundet. Es war eine freundliche und friedliche Veranstaltung.

Seit Wochen gehen Hunderttausende Belarus*innen täglich auf die Straße, um gegen die gefälschten Wahlen und für ein freies, demokratisches Belarus zu demonstrieren.

Um mehr Aufmerksamkeit zur aktuellen Situation zu erregen und um die friedlichen Menschen in Belarus zu unterstützen wurden die Reden gehalten. Viola von Cramon hat über massive Proteste, Frauen-Demonstrationen und EU-Sanktionen gesprochen. Eine Rede zur Unterstützung der demokratischen Bewegung in Belarus hat auch Harm Adam aus dem Kreisverband Göttingen der Europa-Union Deutschland. Rolf Becker erzählte von den Schüleraustauschen am Hainberg-Gymnasium. Er hatte ein Statement von einer ehemaligen Austauschschülerin erhalten, das er verlas. Darin hieß es, dass im Land totale Rechtlosigkeit herrsche und niemand wisse, wie es weitergehe.

Ungefähr 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die zu der belarusischen Diaspora in Deutschland gehören, kamen aus Göttingen, Mannheim, Frankfurt am Main und Hannover, um ihre Solidarität zu zeigen. Unter anderem kamen diese Teilnehmer zu Wort, da sie starke Beziehung zu Belarus haben. „Eine Rednerin erklärte, dass die Situation für sie immer weit weg erschien. Doch gestern sei ihr Bunder verhaftet worden, obwohl er nur ins Kino gehen wollte“, so von Cramon.

Die Organisatoren haben Stofftaschen drucken lassen, mit denen die Leute jeden Tag ihre Solidarität mit den Demonstrantinnen in Belarus zeigen könnten. Auf der Kundgebung wurden mehrere Taschen mit der Information über den Solidaritäts-Fond BYSOL verteilt, der belarusische Aktivistinnen unterstützt, die unterdrückt, im Alltag benachteiligt oder gar arbeitslos geworden sind.

Zu der Aktion gab es einen Artikel in der Zeitung Göttinger Blatt.

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razam

#WeStandBYyou – Patenschaften für politische Gefangene in Belarus

Bereits einen Monat vor den Präsidentschaftswahlen in Belarus am 9. August hat die deutsch-schweizerische Menschenrechtsorganisation Libereco – Partnership for Human Rights die Solidaritäts-Kampagne #WeStandBYyou gestartet. Im Rahmen dessen übernehmen Abgeordnete europäischer Parlamente Patenschaften für politische Gefangene in dem EU-Nachbarstaat.

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Belarus

Humanitäre Hilfe

In Belarus gibt es sehr viele lokale Bürgerinitiativen, die Unmengen an wichtiger und wenig beachteter Arbeit im sozialen Bereich leisten. Sie brauchen oft Hilfe bei den wichtigsten Dingen, weil es in den belarusischen Regionen selbst an Möbel und Hygieneprodukten fehlt.

Ein Arbeitsbereich von RAZAM ist die humanitäre Hilfe. Wir fördern aktiv die Zusammenarbeit mit deutschen und europäischen Partnern, um die Zivilgesellschaft in den Regionen von Belarus in dieser für uns alle schwierigen Zeit zu unterstützen. Einer unserer neuen Partner OSTHILFE HUMANITÄRE INITIATIVE e.V. (http://osthilfe.org/) organisiert regelmäßig humanitäre Hilfe für belarusische soziale Initiativen. Im Moment sammeln sie Dinge, die sie nach Pruschany senden können, an die Wohltätigkeitsorganisation „Dankbarkeit“, die seit langem lokale Behindertenheime, Waisenhäuser, Pflegeheime und schutzbedürftige Gruppen in der Stadt unterstützt. Die Rede ist von grundlegenden Gegenständen wie Hygieneprodukte, Bettwäsche, Kleidung, Geschirr und Spielzeug. Bei dem Transport nach Belarus ist die irische Organisation Munster Chernobyl Aid „Another Journey of Hope“ behilflich. Wir können durch Spenden dazu beitragen, dass die Unterkünfte in Pruschany mit allem versorgt werden, was sie brauchen. Um uns dabei zu helfen, überweisen Sie bitte einen kleinen Betrag entsprechend Ihren Möglichkeiten und Belieben auf folgendes Konto:

Volksbank Schlangen eG

IBAN: DE 77 4006 9283 0105 6401 00

BIC: GENODEM1SLN

Verwendungszweck: Hilfe für Belarus, Name, Anschrift

Bitte geben Sie Ihren Namen und Ihre Adresse an, wenn Sie eine Bestätigung der Spende erhalten möchten.

RAZAM (Zusammen) sind wir stark!

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Verein

Wettbewerb für das Logo vom Verein Razam

Liebe Freunde,

wir danken Euch allen für Eure zahlreiche Teilnahme. Auf Wunsch von kreativen Menschen mit Zeitmangel haben wir beschlossen, den Wettbewerb um eine Woche zu verlängern.
Freunde! Kreativität!!!
Der Wettbewerb für das Logo von Razam geht weiter!

Technische Aufgabe
1. Zu zeigen, dass es sich um eine belarusisch-deutsche Initiative handelt.
2. Das Logo darf keine Assoziierung mit bestimmten politischen Kräften hervorrufen. Die aktuelle Form des Herzens ist leider ein Symbol des Babarika-Hauptquartiers, und der Verein sollte lieber neutraler bleiben.
3. Es ist möglich, die Worte „Belarus“, „Belarus Razam“ , „Belarus Razam e.V.“, “ Razam e.V. “ zu verwenden.
4. Jedes Format ist herzlich willkommen (Skizze, PDF, JPG etc).
5. Bitte sendet Eure kreativen Ideen an contact@razam.de.
6. Achtung! Die Zeit ist begrenzt – bereits am 17. September werden wir eine allgemeine Abstimmung durchführen.

Ein Hoch auf die Demokratie. Und danke für Eure Teilnahme.