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Außerordentliche Mitgliederversammlung am 29. Oktober 2021

Am Freitag, den 29. Oktober fand unsere letzte außerordentliche Mitgliederversammlung statt. 

Erster Tagesordnungspunkt war die Wahl zweier neuer Kassenprüfer:innen. Damit verabschieden wir die zwei Vorgängerinnen in neue RAZAM-Projekte und Initiativen, die sie künftig weiterführen werden und bedanken uns bei allen, die sich bereit erklärt haben, diese Funktion auszuüben und dabei unserem Verein eine besondere Stütze zu sein.

Unseren aktuellen Zwischenbericht zu den Finanzen des Vereins stellte Schatzmeister Yauhen Fedarovich vor. Eine Einsicht zu den aktuellen Einnahmen und Ausgaben für die Initiativen von RAZAM finden Sie hier auf unserer Website verlinkt.

Darüber hinaus wurde der Stand der RAZAM-Entwicklungsstrategie besprochen. Mitglieder äußerten Wünsche für die Zukunft von Belarus und die des Vereins: RAZAM soll die Menschen in Belarus weiterhin mit konkreten eigenen Hilfsinitiativen unterstützen, über die Situation in Belarus berichten und auf politischer Ebene für Unterstützung für Belarus werben. Langfristig soll Belarus in seiner kulturellen, gesellschaftlichen und geschichtlichen Einzigartigkeit in Deutschland stärker wahrgenommen werden und im deutschen wie auch im europäischen Bewusstsein verankert werden.

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Stellungnahme zur Migration über Belarus in die EU

Vor dem Hintergrund der sich zuspitzenden Lage der Migrant:innen, die über Belarus versuchen, die EU zu erreichen, haben wir eine Stellungnahme verfasst mit konkreten Forderungen an die deutsche und europäische Politik.

Wichtig ist dabei zu verstehen, dass es sich um eine doppelte humanitäre Krise handelt – die der Migrant:innen wie auch die der belarusischen Zivilgesellschaft. Beide Krisen wurden hervorgerufen durch ein illegitimes Regime, das vor nichts zurückschreckt, um die eigene Macht zu erhalten. Deshalb müssen beiden Krisen zusammen gedacht und zusammen gelöst werden.

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dekoder – Medien und Kompetenz zu Russland und Belarus

Wir möchten an dieser Stelle allen unseren Mitgliedern und Freund:innen die Online-Plattform dekoder.org ans Herz legen: 

Unter dem Titel „Russland entschlüsseln“ trägt dekoder seit 2015  dazu bei, dass Menschen in Deutschland einen direkten Zugang zum zivilgesellschaftlichen Diskurs in Russland erhalten. Seit 2020 wird auch Belarus „entschlüsselt“ – mit Übersetzungen von Artikeln unabhängiger Medien und eigenen Beiträgen von Wissenschaftler:innen europäischer Universitäten. Mit Dossiers, Begriffserklärungen, Specials und Foto-/Videodokumentationen – sowie einer Kategorie, die es nur hier gibt: die Gnosen.*

Ein Farbsystem erleichtert die Orientierung: hellblau werden Gnosen gekennzeichnet, gelb sind die umfangreichen Dossiers. Belarus-Beiträge haben einen eigenen hellroten „Tag“, und Beiträge unabhängiger russischer bzw. belarusischer Medien erscheinen mit einem Tag in den Farben des jeweiligen Mediums.

Ganz besonders möchten wir das Dossier Peremen – Belarus im Wandel“ empfehlen: Hier werden alle Beiträge zu Belarus gesammelt, zuletzt einige wichtige Artikel zur katastrophalen Corona-Situation in Belarus (hier und hier).

Mit dem Newsletter erhält man wöchentlich Hinweise auf die neuesten Veröffentlichungen. Und mit Spenden kann jede:r helfen, die finanzielle Unabhängigkeit dieses wichtigen Projekts zu sichern.

*Gnosen: So nennt dekoder die Expertentexte auf der Seite: Nicht Pro-gnosen, nicht Dia-gnosen, sondern einfach kurz: Gnosen. Von griechisch „gnosis“ (Wissen, Erkenntnis). Eine Gnose ist ein kurzer Informationstext, mehr als nur eine Randbemerkung, aber auch keine ausführliche Abhandlung. Sie vermittelt echten Erkenntnis-Mehrwert, knapp und übersichtlich, ohne wissenschaftlichen Jargon. Mit den Jahren ist draus ein echter „Gnosmos“ entstanden, der hier wunderbar visualisiert wird und die Verbindungen zwischen Personen, Ereignissen, Orten, Institutionen und Begriffen sichtbar macht.

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Start der Informationskampagne #BelarusSichtbarMachen

Unter dem Hashtag #BelarusSichtbarMachen startet heute auf Instagram die gemeinsame Informationskampagne von Belarusische Gemeinschaft RAZAM e.V. und Libereco – Partnership for Human Rights.

Ein Jahr nach dem Beginn der friedlichen Massenproteste ist Belarus kaum wiederzukennen. Folgt uns und findet heraus:

  • wie sich der Protest entwickelt hat,
  • wer die politischen Gefangenen sind und
  • wie es in Belarus heute aussieht.

Macht Belarus mit uns gemeinsam sichtbar! Teilt unsere Posts und seid gespannt, wenn am 9. August unsere Webseite online geht.

https://www.instagram.com/belarussichtbarmachen/

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12. Juni 2021: Andacht für Belarus mit Bischof Christian Stäblein und Svetlana Tikhanovskaya

Der 12. Juni 2021 wird den etwa 140 Besuchern der „Andacht für Belarus“ wohl für immer in Erinnerung bleiben: an diesem Tag durfte die Andachtsgruppe den evangelischen Landesbischof Christian Stäblein, Pröpstin Christina-Maria Bammel, die Oppositionsführerin Svetlana Tikhanovskaya und Tatiana Khomich, die Schwester der inhaftierten Maria Kolesnikova, in der Gethsemanekirche begrüßen. 

In ihrem Grußwort sprach Svetlana Tikhanovskaya davon, wie die über 300 Tage friedlichen Protests die Menschen über Gesellschafts-, Konfessions- und Landesgrenzen hinweg vereint hätten: gegen die Gewalt, für die Freilassung aller politischen Gefangenen und im Glauben an ein neues und freies Belarus. Bischof Stäblein erinnerte seinerseits an die Kraft des Gebets, gerade in dieser Gemeinde im Prenzlauer Berg, die „so sehr um die Kraft des Widerstands weiß“. 

Im Andachtsteil ging es um die sehr besondere und enge Beziehung der Andachtsgruppe zu den Ereignissen in Belarus, die viele hier an ihre eigenen Erfahrungen am Ende der DDR erinnerten. Noch einmal wurden Namen und Schicksale von Menschen genannt, die der Andachtsgruppe über fast ein Jahr ans Herz gewachsen seien und so gedanklich Teil dieser Gemeinschaft wurden. „Hier werden mit jeder Andacht, mit jeder einzelnen Geschichte, mit jedem stillen Gebet am Fürbittleuchter und vor dem Altar Brücken der Menschlichkeit gebaut, die das Fundament eines Neuen und Freien Belarus sein werden.“

Musikalisch untermalt wurde die Andacht von Veranika Kruhlova und Valeria Dele mit traditionellem Gesang aus Belarus. Während die Besucher die Fürbitte-Kerzen entzündeten, erklang das berühmte „Mahutny Bozha“ („Allmächtiger Gott“), jenem hymnischen Lied, das am Ende von Gottesdiensten in Belarus gesungen wird und in dem Gott um seinen Segen für Belarus gebeten wird.

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Erklärung der Arbeitsgruppe Christliche Vision zur erzwungenen Absetzung von Erzbischof Artemij aus der Leitung der Diözese von Grodno

Am 8. Juni 2021 beschloss die Synode der Belarusischen Orthodoxen Kirche seine Heiligkeit Patriarch Kyrill von Moskau und der ganzen Rus sowie den Heiligen Synod darum zu bitten, Erzbischof Artemij von Grodno und Wolkowyssk „aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand zu versetzen“. Am 9. Juni 2021 haben die Mitglieder der Heiligen Synode der Russisch-Orthodoxen Kirche die Petition in einer Online-Dringlichkeitssitzung geprüft und beschlossen, Erzbischof Artemij in den Ruhestand zu versetzen. Eine solche Entscheidung ist nach der Satzung der Russischen Orthodoxen Kirche ein “Ausnahmefall” (V.26.a.).

Tatsächlich handelt es sich bei dieser Entscheidung um eine erzwungene Absetzung eines Diözesenbischofs, die mit einem bewusst falschen Grund begründet wird: angeblich “aus gesundheitlichen Gründen”. Wie weit hergeholt dieser Grund ist, zeigt das Fehlen eines Rücktrittsgesuchs von Seiten des Erzbischofs Artemij selbst sowie die Eile und kanonische Nachlässigkeit, mit der diese Entscheidung vollzogen wurde.

Es ist davon auszugehen, dass die eigentliche Ursache für die erzwungene Entlassung von Erzbischof Artemij aus der Diözese von Grodno sowie des Metropoliten Pavel (Ponomarev) vom Stuhl von Minsk darin besteht, dass die Patriarchen-Exarchen im August 2020 in der Öffentlichkeit mutig Position bezogen haben zu der sozio-politischen Krise, die im Sommer 2020 in Belarus begann.

Die Krise, die bis heute andauert, wurde durch die Fälschung der Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen und den gewaltsamen Machterhalt des ehemaligen Präsidenten Alexander Lukaschenko sowie durch extreme Gewalt, Massenunterdrückung, Folter und Verfolgung gegen die Bürger der Republik Belarus, die ihren Widerstand gegen die Gesetzlosigkeit, die Verletzung der Verfassungsprinzipien der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit, die grobe Verletzung der grundlegenden Menschenrechte und Freiheiten zum Ausdruck brachten, ausgelöst.

Erzbischof Artemij, der als einer der ersten Kirchenführer als Zeuge der Wahrheit im ewigen Kampf von Gut und Böse auftrat, warnte in seiner Ansprache an die Herde am 14. August prophetisch: “Man darf nicht mit der Wahrheit spielen, sie verdrehen und sie zurechtbiegen, um sie politischen Zwecken anzupassen. Denn die Wahrheit ist das Wertephänomen und die Sinnkategorie, hinter der GOTT steht! Und wenn die Wahrheit in Anführungszeichen genommen wird und sich leicht in eine Lüge verwandelt, dann wird der Eine, der der Vater der Wahrheit ist, mit Füßen getreten! Und ein weiterer Vater betritt die Arena. Der Vater der Lügen. Der, wie wir aus dem Wort Gottes wissen, genannt wird – der Teufel!!! Und lasst alle Fakten des Betrugs, der Gewalt und der Grausamkeit gerecht, ehrlich und offen untersuchen, damit der Gerechtigkeit Genüge getan wird und die Wahrheit triumphiert!”

In seiner Predigt am 16. August erklärte Erzbischof Artemij: “Die Haltung eines Gläubigen ist, dass er mit dem Bösen unversöhnlich ist, er passt sich nicht den Machthabern an, sondern tut, was Christus geboten hat.”

Erzbischof Artemij bezeugte die Wahrheit des Evangeliums nicht nur unter den Bedingungen der politischen Krise. Er ist ein maßgeblicher und angesehener Bischof der Belarusischen Orthodoxen Kirche; seine theologische und pastorale Schule wurde von Tausenden von aktiven jungen Laien, Missionaren und Theologiestudierenden besucht. Er ist ein wahrer Vater für seine Herde, in dessen Diözese die Beziehungen auf der Basis von unanfechtbarer Autorität, gegenseitigem Vertrauen und Respekt aufgebaut werden. In der Diözese von Grodno, die er regierte, gab es einen Laienrat, orthodoxe Jugendbruderschaften sowie eine ökologische Diözesanabteilung.

Mitte August schrieben mehr als 300 Menschen – Priester, Theologen/-innen, Intellektuelle, aktive Laien/-innen, Mitarbeiter der Strukturen der Belarusischen Orthodoxen Kirche einen Brief an seine Eminenz Artemij, in dem sie ihre Dankbarkeit für seine Position und seinen Mut aussprachen.

Der erzwungene Rücktritt von Erzbischof Artemij untergräbt die Autorität der Hierarchie im Kirchenvolk, bei den Laien/-innen und dem Klerus und schadet dem Image der orthodoxen Kirche in der belarusischen Gesellschaft.

Wir lehnen die politisch motivierte erzwungene Absetzung von Erzbischof Artemy und die kanonische Willkür in Bezug auf ihn entschieden ab. Wir verurteilen auf das Schärfste die Aktionen der Synoden der Belarusischen Orthodoxen Kirche und der Russischen Orthodoxen Kirche, die auf die ungerechtfertigte Verfolgung von Erzbischof Artemij abzielen. Wir fordern diejenigen, die aktiv an der Absetzung von Erzbischof Artemij beteiligt waren oder die durch ihr Schweigen das Unrecht gegen ihn unterstützt haben, auf, alle Maßnahmen zur Wiederherstellung der Gerechtigkeit zu ergreifen.
Wir begrüßen von Herzen die Solidarität des Klerus, der Theologen/-innen und der aktiven Laien/-innen der Belarusischen Orthodoxen Kirche mit Erzbischof Artemij, sowie die Solidarität des Klerus und der Gläubigen anderer Konfessionen. Wir nehmen besonders jene Bischöfe zur Kenntnis, die sich geweigert haben, an der kanonischen Gewalt gegen ihren Bruder teilzunehmen.

Arbeitsgruppe Christliche Vision

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Neues RAZAM-Logo

Liebe Freund*innen,

Wir freuen uns, euch das neue Logo von RAZAM vorstellen zu können: In Rot auf weißem Grund ist nun der Schriftzug “RAZAM DE” zu lesen. “DE” steht dabei für Deutschland und weist gleichzeitig auf unsere Homepage hin. Das zweite Element im Logo ist ein im Steigflug begriffener Storch, der „RAZAM“ und „DE“ verbindet und ostwärts, also Richtung Belarus, fliegt. Abgeschlossen wird das Logo durch die Zeile “Belarusische Gemeinschaft”.

Der Storch verkörpert Friedfertigkeit, Weisheit und Neuanfang und steht damit symbolisch für die Werte und die Entstehungsgeschichte unseres Vereins. Die Schrift und die Darstellung des Storchs erinnern an belarusische Handwerkskunst, etwa Holzschnitzereien, während die aufsteigende Körperhaltung des Storchs dem Logo Dynamik verleiht. Reduziert auf eine Farbe, lässt sich das Logo nun vielfältig verwenden: So entstanden ein neuer Briefkopf, Vorlagen für Präsentationen und grafische Druckerzeugnisse. In leicht abgewandelter Form werden wir das Logo auch auf unseren Sozialen Kanälen verwenden.

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Worte der Solidarität

Die Deutsch-Polnische Gesellschaft Bundesverband und die Belarusische Gemeinschaft RAZAM e.V. rufen im Rahmen der gemeinsamen Aktion „Worte der Solidarität“ dazu auf, inhaftierte Vertreter der polnischen Minderheit in Belarus zu unterstützen. Seit Ausbruch der bislang größten und längsten Proteste gegen das autoritäre Regime Aljaxandr Lukaschenkas, die im August 2020 ihren Anfang nahmen, reagiert der Staat mit Gewalt und Unterdrückung. Die Menschen in Belarus beweisen seit Monaten viel Mut, indem sie für europäische Werte – Demokratie, Freiheit, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit – offen auf der Straße friedlich demonstrieren. Dabei riskieren sie, verhaftet zu werden, ihren sozialen Status, ihren Arbeitsplatz und sogar ihr Leben zu verlieren. Inzwischen haben sieben Menschen mit ihrem Leben bezahlen müssen, 35.000 wurden verhaftet. 

Von den Repressionen des Regimes sind auch Vertreter der polnischen Minderheit in Belarus betroffen. Von der staatlichen Propaganda wird Polen vorgeworfen, die Proteste zu fördern. Wir wollen diese Menschen unterstützen und ihnen zeigen, dass ihr Schicksal nicht unbemerkt bleibt. Wir rufen alle Mitglieder der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bundesverband sowie alle anderen Unterstützerinnen und Unterstützer dazu auf, in einem persönlichen Brief Solidarität mit den verhafteten Vertretern der polnischen Minderheit in Belarus zu bekunden und vor allem zu zeigen, dass wir, die wir in Frieden und Freiheit leben, nicht gleichgültig gegenüber dem stehen, was im östlichen Nachbarland der Europäischen Union geschieht. 

Aktuell befinden sich fünf Angehörige der polnischen Diaspora in Belarus wegen des Vorwurfs des “Schürens nationaler und religiöser Zwietracht” in Haft:

Andżelika Borys, Lehrerin und frühere Vorsitzende des Bunds der Polen in Belarus (BPB)

Andrzej Poczobut, Korrespondent der Zeitung “Gazeta Wyborcza” und Mitglied des BPB

Maria Tiszkowska, Direktorin einer öffentlichen Schule des BPB

Anna Paniszewa, Direktorin der Polnischen Schule von Brest

Irena Biernacka, Vorsitzende des Lokalverbandes des BPB in Lida

Update: Am 2. Juni 2021 wurde bekannt, dass Maria Tiszkowska, Anna Paniszewa und Irena Biernacka nach Polen deportiert worden sind und ihnen trotz belarusischer Staatsbürgerschaft die Einreise nach Belarus verwehrt wird. Andżelika Borys und Andrzej Poczobut befindet sich weiterhin in Haft.

Sie alle werden von der Menschenrechtsorganisation “Wjasna” als politische Gefangene anerkannt.

Eine Liste mit den Namen weiterer Gefangener, an die Sie Ihre Briefe richten können, finden Sie unter: https://prisoners.spring96.org/en

Wir bitten Sie, die Briefe vorzugsweise samt Unterschrift als PDF- oder Worddatei via E-Mail an a.moisseenko@razam.de zu schicken. Diese sollten eine Seite nicht überschreiten. Wir werden die Briefe anschließend ins Russische/Belarusische übersetzen, da sie andernfalls nicht an die Gefangenen verschickt werden können. Wir behalten uns vor, einige ausgewählte Briefe auch auf unserem Portal www.forumdialog.eu zu veröffentlichen.

Wir möchten in diesem Kontext auch darauf hinweisen, dass es möglich ist, die Gefangenen finanziell zu unterstützen. Weitere Informationen finden Sie unter: https://razam.de/politische-gefangene-hilfe/

Wir freuen uns auf Ihre Worte der Solidarität und bitten darum, über Ihre eigenen Kanäle auf die Aktion aufmerksam zu machen.

Unterstützer:

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Ryanair und Verhaftung von Roman Protasewitsch: Offener Brief der Initiatoren des AK Belarus

Aus Anlass der erzwungenen Landung des Ryanair-Flugzeugs und der Verhaftung des Journalisten Roman Protasewitsch in Minsk haben die Initiatoren des Arbeitskreises Belarus einen Offenen Brief verfasst. Dieser wurde an das Auswärtige Amt verschickt.

Der Vorfall stellt einen massiven Eingriff in die internationale Rechtsordnung dar. Die Unterzeichnenden fordern klare Konsequenzen – auch auf Seiten der deutschen und europäischen Politik. Diese müssen die Erweiterung der Sanktionslisten um die für den Vorfall verantwortlichen Personen beinhalten, aber auch den Schutz der im Ausland lebenden Belarus:innen, die vor den Repressionen in Belarus fliehen mussten und potentiell geheimdienstlicher Verfolgung durch belarusische Behörden ausgesetzt sind.

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Berliner SPD unterstützt belarusische Zivilgesellschaft

Auf dem Landesparteitag der Berliner SPD am 24. April 2021 wurde der Antrag des Fachausschusses „Internationale Politik, Frieden und Entwicklung“ zur Unterstützung der belarusischen Zivilgesellschaft angenommen und ist somit zur offiziellen Position der Berliner SPD geworden.

Im Vorfeld gab es einen Austausch mit der Belarusischen Gemeinschaft RAZAM e.V. zur Situation der Zivilgesellschaft in Belarus und Möglichkeiten der Unterstützung der Menschen in Belarus und der belarusischen Diaspora in Deutschland.

Die sozialdemokratischen Mitglieder der Bundesregierung, der Landesregierung sowie die SPD-Bundestagsfraktion werden mit diesem Beschluss aufgerufen:

  1. die Freilassung aller politischen Gefangen, ein sofortiges Ende der Gewalt sowie faire und freie Neuwahlen zu fordern;
  2. die Dokumentation und Strafverfolgung von Menschenrechtsverletzungen sicherzustellen;
  3. eine ernstzunehmende Verfassungsreform unter Beteiligung aller politischen Akteure, insbesondere der Demokratiebewegung, zu fordern und an Russland zu appellieren, einen inklusiven politischen Prozess zuzulassen;
  4. sich einzusetzen für personenbezogene Sanktionen gegen Verantwortliche auch aus den mittleren und unteren Führungsebenen des Justiz- und Sicherheitsapparat sowie gegen weitere Unternehmen im Besitz von regimetreuen Oligarchen;
  5. Humanitäre Visa, Visaerleichterungen und mittelfristig eine Visaliberalisierung, insbesondere für Aktivist*innen, die vor Repressalien fliehen, durchzusetzen;
  6. eng zu kooperieren mit Oppositionsstrukturen (z.B. Koordinierungsrat);
  7. Austauschprogramme, Beratung und Unterstützung für 8. Gewerkschafter*innen, Streikkomitees und streikende Arbeiter*innen aufzusetzen, zum Beispiel in Form von Partnerschaften und Zuschüssen für belarussische Streikfonds;
  8. die Einrichtung eines “Belarusischen Hauses” in Berlin zu initiieren zur Förderung zivilgesellschaftlicher Strukturen im Exil sowie zur Stärkung des deutsch-belarussischen kulturellen Austausches;
  9. Stipendien- und Förderprogramme für verfolgte Menschenrechtsaktivist*innen und Vertreter*innen von NROs zu unterstützen, insbesondere für Frauen.