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12. Juni 2021: Andacht für Belarus mit Bischof Christian Stäblein und Svetlana Tikhanovskaya

Der 12. Juni 2021 wird den etwa 140 Besuchern der „Andacht für Belarus“ wohl für immer in Erinnerung bleiben: an diesem Tag durfte die Andachtsgruppe den evangelischen Landesbischof Christian Stäblein, Pröpstin Christina-Maria Bammel, die Oppositionsführerin Svetlana Tikhanovskaya und Tatiana Khomich, die Schwester der inhaftierten Maria Kolesnikova, in der Gethsemanekirche begrüßen. 

In ihrem Grußwort sprach Svetlana Tikhanovskaya davon, wie die über 300 Tage friedlichen Protests die Menschen über Gesellschafts-, Konfessions- und Landesgrenzen hinweg vereint hätten: gegen die Gewalt, für die Freilassung aller politischen Gefangenen und im Glauben an ein neues und freies Belarus. Bischof Stäblein erinnerte seinerseits an die Kraft des Gebets, gerade in dieser Gemeinde im Prenzlauer Berg, die „so sehr um die Kraft des Widerstands weiß“. 

Im Andachtsteil ging es um die sehr besondere und enge Beziehung der Andachtsgruppe zu den Ereignissen in Belarus, die viele hier an ihre eigenen Erfahrungen am Ende der DDR erinnerten. Noch einmal wurden Namen und Schicksale von Menschen genannt, die der Andachtsgruppe über fast ein Jahr ans Herz gewachsen seien und so gedanklich Teil dieser Gemeinschaft wurden. „Hier werden mit jeder Andacht, mit jeder einzelnen Geschichte, mit jedem stillen Gebet am Fürbittleuchter und vor dem Altar Brücken der Menschlichkeit gebaut, die das Fundament eines Neuen und Freien Belarus sein werden.“

Musikalisch untermalt wurde die Andacht von Veranika Kruhlova und Valeria Dele mit traditionellem Gesang aus Belarus. Während die Besucher die Fürbitte-Kerzen entzündeten, erklang das berühmte „Mahutny Bozha“ („Allmächtiger Gott“), jenem hymnischen Lied, das am Ende von Gottesdiensten in Belarus gesungen wird und in dem Gott um seinen Segen für Belarus gebeten wird.